Unternehmer-Blog

5 Tipps zur erfolgreichen Mitarbeiterführung

6. Mai 2019 / by Christopher Bieber

Mitarbeiterführung klingt als Begriff im ersten Moment selbsterklärend – doch das Führen von Mitarbeitern bedeutet mehr als das reine Lenken von Arbeitskraft. Eine gute Führungskraft möchte ihre Mitarbeiter motivieren, für ein gutes Betriebsklima sorgen und so die Loyalität der Mitarbeiter dem Unternehmen gegenüber steigern.

Diese Ziele sind schön und gut, aber wie setzt man sie konkret um? Was macht eine erfolgreiche Mitarbeiterführung eigentlich aus?

Mitarbeiterführung

 

Kommunikation ist keine Einbahnstraße

Der Dreh- und Angelpunkt guter Mitarbeiterführung ist Kommunikation. Viele Arbeitgeber sind der Meinung, offen und ehrlich mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren, die Mitarbeiter können diesen Eindruck aber oftmals nicht bestätigen. Zusätzlich kann es zum Problem werden, wenn Mitarbeiter sich nicht gehört fühlen. Um einen fruchtbaren Dialog mit den Mitarbeitern zu etablieren, sind regelmäßige Mitarbeitergespräche ein guter erster Schritt. In welchem Rahmen und wie häufig die Gespräche stattfinden, kann einfach den Bedürfnissen von Führungskraft und Mitarbeiter angepasst werden - von zweiwöchentlichen Vier-Augen-Gesprächen bis monatlichen, themenspezifischen Gesprächsrunden ist alles denkbar. Wichtig ist, dass ein solches Gespräch ein Austausch ist und weder die Führungskraft noch der Mitarbeiter das Gespräch dominieren sollte.

Ein Tipp: Es kann helfen, Ergebnisse und Vereinbarungen aus diesen Gesprächen zu protokollieren, damit eine gewisse Verbindlichkeit entsteht und alle Teilnehmer das Gespräch mit etwas Handfestem verlassen.

 

Motivierte Mitarbeiter leisten mehr

Es ist kein Geheimnis, dass Motivation einen direkten Einfluss auf die Qualität geleisteter Arbeit hat. Eine Aufgabe, die man schwunglos oder gar widerwillig erledigt, wird kein optimales Ergebnis zur Folge haben. Führt man eine Aufgabe jedoch mit Ansporn und Begeisterung aus, wird sich das im Ergebnis widerspiegeln.

Auch wenn eine Führungskraft die Eigenmotivation der Mitarbeiter nicht direkt beeinflussen kann, kann sie dennoch die Weichen für ein motivierendes Arbeitsumfeld stellen. Hierbei ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter im Blick zu haben und entsprechend zu handeln. So kann es sehr positive Auswirkungen haben, wenn Mitarbeiter sich ihre Arbeitszeit frei einteilen (Gleitzeit) oder ihren Arbeitsplatz variieren können. Sollte dies aufgrund der Unternehmensstruktur nicht möglich sein, kann es auch helfen, den Pausenbereich einladend zu gestalten (z.B. durch eine Sitzecke oder das Bereitstellen von Kaffee, Tee und Obst).

Letztlich ist es auch hier wichtig, den Dialog mit den Mitarbeitern zu suchen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

 

Konsequenz schafft Vertrauen

Konsequenz wird oft mit Strenge in Verbindung gebracht, hat in ihrer Essenz jedoch gar nichts damit zu tun. Konsequent zu sein, bedeutet, geradlinig und standhaft zu sein. Wenn Regeln und Prozesse aufgestellt werden, sollten sie für alle gelten - inklusive dem Vorgesetzten selbst. Ausnahmen sind nur mit Bedacht zu machen, denn wenn Mitarbeiter wissen, dass sie sich auf das Wort ihrer Führungskraft verlassen können, schafft das Vertrauen. Scheinen die Regeln jedoch nur für manche zu gelten und für andere nicht - und das ohne Folgen - kann dies zu Unmut unter den Mitarbeitern führen und den Zusammenhalt schwächen.

Wenn eine Führungskraft Konsequenz zeigt, gibt das den Mitarbeitern ein Gefühl von Beständigkeit und sorgt ultimativ für einen harmonischeres Arbeitsumfeld.

 

Kein Mensch ist perfekt

... und es sollte auch von Mitarbeitern nicht erwartet werden - nicht umsonst heißt es schon seit 1600 Jahren "Irren ist menschlich". Es ist für die Unternehmenskultur nur hilfreich, eine offene Fehlerpolitik zu verfolgen. Die Mitarbeiter dürfen auch mal einen Fehler machen, die Hauptsache sollte sein, dass sie diesen nicht unter den Teppich kehren, sondern offen damit umgehen, sodass eine Lösung gesucht werden kann. Ein offener Umgang mit Fehlern bedeutet nämlich auch, dass man von den Fehlern anderer lernen kann und diese so selten zwei Mal passieren. Fehler sollten keine Vorwürfe, sondern einen Lernprozess für alle Beteiligten zur Folge haben.

"Kein Mensch ist perfekt" gilt übrigens auch für Vorgesetzte. Es sollte also auch mit den eigenen Fehlern offen und konstruktiv umgegangen werden, genauso wie Mitarbeiter auch um Rat und Hilfe gebeten werden sollten. Nicht nur profitiert man als Führungskraft so direkt von der Expertise und Erfahrung der eigenen Mitarbeiter, diese fühlen sich und ihren Beitrag dadurch geschätzt.

 

Mitarbeiter sind ein Investment

Mitarbeiter verlassen ihr Unternehmen meist, weil es ihnen an Perspektive und Weiterentwicklungsmöglichkeiten mangelt. Möchte man seine Mitarbeiter also gut führen und an das Unternehmen binden, gilt es, die entgegengesetzte Richtung einzuschlagen. Es gibt verschiedene Bereiche, in denen Mirarbeiter weiterentwickelt werden können und von denen sowohl sie selbst als auch das Unternehmen profitieren können: Fachkompetenz, Methodenkompetenz und Persönlichkeitskompetenz.

Als Fachkompetenz zählt die Fähigkeit von Mitarbeitern, berufstypische Aufgaben und Sachverhalte selbständig und eigenverantwortlich anhand ihrer eigenen Kenntnisse bewältigen zu können. Schult man die Fachkompetenz seiner Mitarbeiter, ermöglicht man ihnen Autonomie in der Durchführung ihrer Aufgaben und verschafft sich selbst als Führungskraft Freiraum für andere Angelegenheiten.

Als Methodenkompetenz gelten die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es einem ermöglichen, Fachwissen zu beschaffen und zu verwerten sowie Probleme zielorientiert zu lösen. Man benötigt Methodenkompetenz, um Fachkompetenz aufzubauen und anzuwenden.

Im Vergleich zu den anderen beiden, ist Persönlichkeitskompetenz ein sehr weit gefasster Begriff. Im Rahmen der Mitarbeiterförderung sind aber besonders zwei Bestandteile hervorzuheben: die Lernkompetenz und die Kommunikationskompetenz. Als Lernkompetenz gilt die Fähigkeit, eigene Lernprozesse und -situationen effektiv und effizient zu gestalten sowie eigene Lerninteressen zu verstehen. Einen Mitarbeiter in dieser Kompetenz weiterzuentwickeln wird also erst langfristig zu sichtbaren Ergebnissen führen, da man ihm ermöglicht, sich effizienter weiterzubilden. Kommunikationskompetenz umfasst die Fähigkeit konstruktiv, effektiv und bewusst zu kommunizieren. Diese Kompetenz ist vor allem beim Umgang mit Kollegen, Geschäftspartnern und -kunden gefragt. Man sollte sie als Führungskraft aber nicht nur bei seinen Mitarbeitern, sondern auch bei sich selbst schulen, um einen sinnvollen Austausch zu fördern.

Ein Tipp: Man sollte Mitarbeiter nicht nur entsprechend ihrer Schwächen, sondern vor allem ihrer Stärken entsprechend fördern.

Topics: Personalmangel, Mitarbeiterbindung, Blog, Selbstständig, Unternehmer

Christopher Bieber

Verfasst von Christopher Bieber

Christopher Bieber ist Leiter einer der schnellst wachsenden Direktionen der Allfinanz Deutschen Vermögensberatung, mit 20 Vermögensberatern und rund 14.000 Kunden in Hamburg und Schleswig-Holstein.