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Abwerbeversuch durch die Konkurrenz: 7 Tipps, wie Sie den Mitarbeiter halten können

7. Juli 2021 / by Christopher Bieber

Egal ob Handwerk, Servicedienstleitung oder Bankwesen, gute Mitarbeiter zu verlieren ist immer bedauerlich - vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels. Wenn dieser dann sogar noch zur Konkurrenz übergeht, dann kann das auch richtig ärgerlich sein. Doch in Deutschland gilt immerhin die freie Wahl des Arbeitsplatzes. Was können Sie dennoch tun?

Zwei Menschen geben sich die Hand.

  1. Wechselwunsch ernst nehmen: Äußert ein Mitarbeiter, dass er von einem anderen Arbeitgeber oder einem Headhunter angesprochen wurde zu wechseln, dann ist dies unbedingt ernst zu nehmen. Bieten Sie dem Mitarbeiter ein Bleibegespräch an, denn eventuell können seine Wünsche und Vorstellungen auch in Ihrem Betrieb erfüllt werden. Zeigen Sie sich auf jeden Fall dankbar, dass Ihr Mitarbeiter den Abwerbeversuch transparent kommuniziert und nehmen Sie seinen Wechselwunsch nicht persönlich.
  2. Überlegt handeln und verhandeln: Dies gilt für gleichermaßen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nehmen Sie sich nach dem ersten Bleibegespräch Zeit darüber zu schlafen und kommen Sie nochmal zusammen, um weitere Optionen zu besprechen.
  3. Perspektiven bieten: Zeigen Sie bei diesem Gespräch auf, welche Veränderungen Sie dem Mitarbeiter bieten können - Weiterbildung, Entwicklung im Unternehmen, bessere Arbeitszeiten oder die Möglichkeit auf Homeoffice. Behalten Sie dabei jedoch im Hinterkopf, dass diese ihren anderen Mitarbeitern gegenüber nicht unfair oder überzogen erscheinen, sonst drohen Frust und weitere Kündigungen.
  4. Nach neuem Betrieb erkundigen: Zeigen Sie Interesse, wer versucht Ihren Mitarbeiter abzuwerben und erfragen Sie, welche Konditionen ihm dort angeboten werden. Denken Sie unbedingt darüber nach, den Mitarbeiter freizustellen, sollte er sich tatsächlich für den Wechsel zur direkten Konkurrenz entscheiden.
  5. Über Geld reden: Es scheint erstmal auf der Hand zu liegen, dass ein Mitarbeiter, der den Betrieb verlassen möchte, einfach nur mehr Geld will. Dabei sollte erst recht spät über eine Gehaltserhöhung oder andere monetäre Anreize gesprochen werden. Denn diese muss fachlich und auch vor dem restlichen Team begründet werden können, sonst zeigen Sie, dass Sie erpressbar sind. Außerdem sollten Sie immer daran denken, dass Mitarbeiter, die nur für Geld bleiben, früher oder später auch für mehr Geld gehen.
  6. Weg für eine Rückkehr ebnen: Sollten alle Möglichkeiten ausgeschöpft sein, den Mitarbeiter zum Bleiben zu bewegen, dann lass Sie ihn respektvoll und im Guten gehen. Zeigen Sie Größe und bieten Sie ihm an, jederzeit wiederkommen zu können, falls es im neuen Betrieb nicht wie erhofft laufen sollte.
  7. Aus der Kündigung lernen: Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, lässt er ein ganzes Team zurück. Um zu vermeiden, dass sich eine Schneeball-Effekt entwickelt, gehen Sie mit den anderen Mitarbeitern proaktiv in den Dialog und fragen Sie gewissenhaft, wie diese Ihren Arbeitsplatz empfinden. Eventuell können Sie Frustrationen beseitigen und Anreize schaffen, sodass sich ein Mitarbeiter gar nicht erst von einem anderen Betrieb ansprechen lässt.

Topics: Mitarbeiterbindung, Blog, Fachkräftemangel

Christopher Bieber

Verfasst von Christopher Bieber

Christopher Bieber ist Leiter einer der schnellst wachsenden Direktionen der Allfinanz Deutschen Vermögensberatung, mit 20 Vermögensberatern und rund 14.000 Kunden in Hamburg und Schleswig-Holstein.