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Arbeitszeiterfassung - Das bedeutet das EuGH-Urteil für Arbeitgeber

20. Mai 2019 / by Christopher Bieber

Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt: Arbeitgeber müssen Arbeitszeiten systematisch erfassen. Doch was bedeutet das für Arbeitgeber und wie setzt man das Urteil am besten um?

Arbeitszeiterfassung

Nach dem Urteil des EuGH vom 14. Mai 2019 sind Arbeitgeber zukünftig verpflichtet, die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer systematisch zu erfassen. Das steht in klarem Kontrast zu der bisherigen Regelung, die nur die Dokumentation von Überstunden vorsah, aber oft unbeachtet blieb. Der Deutsche Gewerkschaftsbund schätzt, dass einer von fünf Arbeitnehmern seine Arbeitszeit und somit seine Überstunden nicht erfasst.

Das Urteil setzt klare Prioritäten und das sind die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer. Doch dabei sollte man als Arbeitgeber eines nicht vergessen: gesunde Arbeitnehmer, die sich fair behandelt fühlen und ihr Privatleben und ihre Karriere in Einklang bringen können, bedeuten einen eindeutigen Mehrwert für das Unternehmen.

Auch wenn der Arbeitnehmer im Fokus des EuGH-Urteils steht, können Arbeitgeber und Unternehmenskultur genauso davon profitieren. Dafür muss das Urteil aber erst einmal umgesetzt werden und dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der EuGH stellt die Ansprüche, dass das Arbeitszeiterfassungssystem objektiv, verlässlich und zugänglich ist. Wie Deutschland diese Ansprüche in den eigenen Gesetzestexten umsetzen wird, bleibt abzuwarten. Doch wir haben schon ein paar Inspirationen, welche Systeme für Arbeitgeber zur Umsetzung des Urteils in Frage kommen.


1. Die gute, alte Stempeluhr

Der Arbeitnehmer erhält seine persönliche Stempelkarte und steckt diese in das entsprechende System ein.

2. Apps und Online-Varianten

Stempeluhren gibt es heutzutage natürlich auch in digitalem Gewand. Der Arbeitnehmer erhält seinen persönlichen Zugang und loggt sich entsprechend ein und aus. Welches Tool hier am besten geeignet ist, hängt von Größe und Struktur eines Unternehmens ab und muss eruiert werden.

3. Transponder und RFID

Der Arbeitnehmer erhält einen Transponder (z.B. eine Chipkarte) und der Sender registriert dadurch, wenn der Arbeitnehmer sich in der Nähe befindet und dokumentiert diese Zeit.


Letztendlich muss man sich aber keinen Stress machen: Das Urteil richtet sich erst einmal an die EU-Staaten, die dann wiederum die Unternehmen verpflichten werden. Es ist also durchaus Zeit, eine geeignete Lösung zu finden.

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Christopher Bieber

Verfasst von Christopher Bieber

Christopher Bieber ist Leiter einer der schnellst wachsenden Direktionen der Allfinanz Deutschen Vermögensberatung, mit 20 Vermögensberatern und rund 14.000 Kunden in Hamburg und Schleswig-Holstein.