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BOOTSTRAPPING - die richtige Finanzierungsmethode für Ihr Start-Up?

17. September 2020 / by Christopher Bieber

Fast jeder Start Upper steht irgendwann vor der Entscheidung, dass sein Start-Up finanziert werden muss. Denn klar ist, eine erfolgreiche und langfristige Unternehmensgründung funktioniert nur selten ohne Startkapital. Woher soll das Startkapital kommen? Die Möglichkeiten sind vielseitig, doch häufig läuft es auf eine Fremdfinanzierung hinaus. Lassen Sie uns jedoch heute die Fremdfinanzierung mal beiseitelegen und einen Blick auf das Bootstrapping, als eine weitere, vielleicht für Sie interessante Finanzierungsmethode, werfen.

Bootstrapping

Was ist Bootstrapping?

Der Begriff Bootstrapping kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Stiefelriemen, Stiefelschlaufe („Bootstrap“). Was hat das nun mit Start-Ups und Finanzierungsmöglichkeiten zu tun? Im übertragenen Sinn geht es beim Bootstrapping darum, auf externe (Finanzierungs-)Hilfen zu verzichten und das eigene Unternehmen aus eigener Kraft zu gründen und aufzubauen. Ziel ist die Vermeidung von Ausgaben bei gleichzeitiger Maximierung der Einnahmen. Zu den wesentlichen Finanzierungsinstrumenten des Bootstrapping gehören unter anderem: Gründerkapital, Family and Friends-Kapital, Lieferantendarlehen, Leasing und öffentliche Fördermittel.

Wie funktioniert Bootstrapping?

Die Voraussetzung für eine Bootstrap-Finanzierung ist, dass Sie als Gründer über eigene finanzielle Mittel (Gründerkapital) verfügen. Zudem sollten Ihnen Möglichkeiten der Inanspruchnahme externer Finanzierungsquellen für Eigen- und Fremdkapital offenstehen und Sie über Sicherheiten zur Absicherung von Fremdkapitalfinanzierungen verfügen.

Ziehen Sie die Bootstrapping-Methode für die Finanzierung Ihres Start-Ups in Betracht, sollten Sie sich dessen bewusst sein, dass Sie während der Gründungsphase an knappe Ressourcen und ein begrenztes Budget in einem straffen Zeitplan gebunden sein werden. Im Rahmen dieses Settings ist es für Sie von größter Relevanz, as soon as possible in das operative Geschäft einzusteigen. Das ist erforderlich, um schnellstmöglich den Break-Even-Point zu erreichen und einen positiven Cashflow zu generieren, also Umsätze/Gewinne zu erzielen.

Zwei Seiten der Medaille – Vor- und Nachteile beim Bootstrapping

Jede Finanzierungsmethode hat ihre „positiven“ und „negativen“ Seiten. Vergleicht man die Bootstrapping-Finanzierungsmethode mit einer Fremdfinanzierung so lassen sich auf der einen Seite folgende Vorteile feststellen:

  • Anteile am Unternehmen
    Sie verlieren keine Anteile, z.B. an Investoren, und selbst bei Mitbegründern ist Ihr Anteil am Eigenkapital höher
  • Kontrolle über Entscheidungen
    Kein Druck durch Geldgeber oder die Gefahr, Verantwortung abgeben zu müssen
  • Aufrechterhaltung des Unternehmens
    Kein Druck durch externe Investoren, um einen größeren Exit zu erreichen
  • Zwang zum Erfolg
    Aufbau eines Geschäftsmodells, das wirklich funktioniert und sofort positive Cashflows und Gewinne erzielt
  • Lerneffekt: Sparsames und effektives Wirtschaften

 

Jedoch hat Bootstrapping durchaus auch eine Kehrseite der Medaille, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll. Die Risiken sind hoch und daraus möchten wir kein Geheimnis machen:

  • Mangelndes Kapital
  • Einschränkung des Wachstums
  • Mangelnde Hilfe
  • Chaotische Organisation

(https://unternehmer.de/gruendung-selbststaendigkeit/237264-bootstrapping-vorteile-nachteile
https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/bootstrapping
https://www.deutsche-startups.de/lexikon/bootstrapping-bootstrap-finanzierung)

Resümee

Um erfolgreich zu „bootstrappen“ sind Eigenschaften, wie Sparsamkeit und viel Geschick in der Personalpolitik und Produktentwicklung, gefragt. Zeichnen Sie sich durch diese Eigenschaften aus, dann wäre Bootstrapping eine attraktive Möglichkeit, Ihr Unternehmen aus eigener Kraft und ohne externe (Finanzierungs-)Hilfen zu gründen und aufzubauen.

Stellen Sie dann fest, Ihr Unternehmen wächst schnell, schneller, am schnellsten und die Fremdfinanzierung ist alsbald unausweichlich, hat es Ihr Start-Up vermutlich geschafft beziehungsweise ist auf dem besten Weg dahin. Glückwunsch, Sie haben sich aus eigener Kraft finanziert und haben Wachstum generiert. Vielleicht interessiert sich demnächst sogar ein Investor für Ihr Unternehmen!

Wir freuen uns, wenn wir Sie bei Ihrer Unternehmensgründung begleiten dürfen und stehen Ihnen jederzeit gern für Fragen und ein kostenloses Erstgespräch zur Verfügung!

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Topics: Vlog, Blog, Selbstständig

Christopher Bieber

Verfasst von Christopher Bieber

Christopher Bieber ist Leiter einer der schnellst wachsenden Direktionen der Allfinanz Deutschen Vermögensberatung, mit 20 Vermögensberatern und rund 14.000 Kunden in Hamburg und Schleswig-Holstein.