Unternehmer-Blog

Krankenversicherung für Selbstständige

8. April 2020 / by Christopher Bieber

Ihre Gesundheit ist Ihr wertvollster Besitz - das spüren Sie besonders dann, wenn sie bedroht ist. In einer solchen Situation wollen Sie sich keine Sorgen über Ihre finanzielle Absicherung machen müssen. Der Schutz Ihrer Gesundheit gewinnt in diesen Tagen besonders an Bedeutung. Niemand kann heute abschätzen, welche langfristigen Auswirkungen eine Coronavirus-Erkrankung für die Gesundheit haben kann.

StethoskopWarum ist eine Krankenversicherung für Selbständige so wichtig?

Wer als Selbstständiger für längere Zeit krankheitsbedingt ausfällt, kann schnell vor existenzbedrohenden Problemen stehen. Denn anders als bei Angestellten, gibt es keinen Arbeitgeber, der für die ersten sechs Wochen das Gehalt weiterzahlt. Selbstständige haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Krankengeld von ihrer Krankenkasse. Sie müssen sich extra gegen krankheitsbedingte finanzielle Risiken absichern.

Welche Möglichkeiten der Krankenversicherung haben Sie als Selbständiger?

Freiberufler, Existenzgründer und Unternehmer haben den Vorteil, dass sie zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) unabhängig von ihrem Einkommen frei wählen können. Welche Form der Krankenversicherung für Sie empfehlenswert ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Das ist stark von der persönlichen beruflichen und familiären Situation abhängig.

Gesetzliche Krankenkasse

Grundsätzlich stehen Ihnen im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen die

  • regionalen Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK)
  • Ersatzkassen (etwa Barmer, DAK, Techniker)
  • Betriebskrankenkassen (BKK)
  • Innungskrankenkassen (IKK)

zur Wahl. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie die Vorversicherungszeit erfüllen. Das heißt, dass Sie vor Beginn ihrer Selbständigkeit entweder mindestens zwölf Monate lang ununterbrochen oder in den letzten fünf Jahren insgesamt mindestens 24 Monate lang gesetzlich krankenversichert gewesen sein sollten. Zudem dürfen Sie nicht älter als 55 Jahre alt sein.

Was die Berechnung der Beiträge betrifft, so unterscheidet sich diese im Vergleich zu Arbeitnehmern. Bei Selbständigen erfolgt die Berechnung der Beiträge auf Basis des (Mindest-)Einkommens – nicht auf Basis des tatsächlichen Einkommens. Dadurch kann die gesetzliche Krankenversicherung für geringverdienende Selbständige (insbesondere für Existenzgründer in der ersten Phase der Selbständigkeit) recht teuer werden. Dies soll folgende Beispiel-Rechnung verdeutlichen:

Angenommen Sie verdienen im Schnitt etwa 1.800 Euro pro Monat. Die Krankenversicherung nimmt, wie bei allen Selbständigen, zunächst an, dass Sie mindestens 3.712 Euro im Monat verdienen. Daraus ergibt sich bei einem durchschnittlichen Beitragssatz von 14,9 Prozent ein fester Monatsbeitrag von rund 519,68 Euro. Nun informieren Sie die Krankenkasse darüber, dass Sie weniger verdienen. Das können Sie anhand ihres jährlichen Steuerbescheids auch belegen. Jetzt werden ihre Krankenversicherungsbeiträge nach einem maßgeblichen Einkommen von 1.916,25 Euro im Monat berechnet. Bei einem Beitragssatz von 14,9 Prozent zahlen Sie dann etwa 268,27 Euro pro Monat für die Krankenversicherung.

(Quelle: https://unternehmer.de/finanzen-steuern/118770-krankenversicherung-selbststaendige)

Private Krankenversicherung

Als Selbstständiger können Sie jederzeit aus der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wechseln - die Rückkehr gestaltet sich jedoch sehr häufig sehr schwierig. Sie müssen jünger als 55 Jahre und sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer mit einem bestimmten Jahresverdienst sein (weniger als 56.250 Euro brutto jährlich).

Haben Sie als Selbständiger die Vorversicherungszeit nicht erfüllt, haben Sie leider keine Wahl. Die gesetzliche Krankenkasse bleibt ihnen verwehrt. Für Sie gilt es, eine für Sie geeignete private Krankenversicherung zu finden.

Seit 2009 ist es geregelt, dass private Krankenversicherer einen „Basistarif“ anbieten müssen. Dieser Basistarif steht allen offen. Auch denjenigen, die nicht gesetzlich pflichtversichert sind und die noch nicht länger als sechs Monate freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Selbst bei schweren Erkrankungen. Das gilt sogar für privat Versicherte oder gar nicht versicherte Selbstständige, die arbeitslos werden. Die Arbeitsagentur trägt dann jedoch nur (anders als in der gesetzlichen Krankenkasse) einen Teil der Beiträge. Die Differenz muss vom Arbeitslosengeld beglichen werden.

Die Höhe des Beitrags (Versicherungsprämien) im Basistarif bei einer privaten Krankenversicherung richtet sich nach dem Eintrittsalter und Geschlecht des Versicherten – nicht nach dem Einkommen – und darf nicht über dem Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenkasse liegen.

Vorteile einer privaten Krankenversicherung

Wer auf eine private Krankenversicherung setzt, weiß seine Gesundheit in guten Händen und sichert sich viele Vorteile.

  • Leistungen sind umfangreicher: Dazu gehören zum Beispiel die freie Arzt- und Krankenhauswahl, zusätzliche Vorsorgeleistungen und innovative Medikamente und Behandlungsmethoden. Sie profitieren zudem von einem Zugang zu Spezialuntersuchungen, erfahrenen Fachspezialisten und einer Vielzahl von unterstützenden Heilmethoden.
  • Geringere Wartezeiten: Ja, es ist unethisch. Das Perfide daran aber ist, dass es der Realität in unserem Gesundheitssystem entspricht: Sowohl Arztpraxen, als auch Krankenhäuser halten für privat Versicherte Termine meist extra vor. Das garantiert privat Versicherten, so schnell wie möglich einen Termin zu bekommen.
  • Tarife und Leistungen sind individuell anpassbar: Die Tarife bei der privaten Krankenversicherung sind immer individuell. Je nach Leistungsumfang und natürlich auch Füllung des Geldbeutels. Die Tarife können sowohl mit weiteren Leistungen aufgewertet, aber auch abgespeckt werden.
  • Beitragsrückerstattungen: Es gibt jährliche Beitragsrückerstattungen, insofern im Vorjahr keine Rechnungen eingereicht, also der Selbstbehalt nicht überschritten wurde.

Selbstverständlich hat jede Medaille zwei Seiten. So auch die der privaten Krankenversicherung. Diese sollen hier nicht unerwähnt bleiben:

  • Der Wechsel zurück in GKV ist häufig sehr umständlich.
  • Die Beiträge steigen im Alter.

(https://unternehmer.de/finanzen-steuern/118770-krankenversicherung-selbststaendige)

Unser Tipp:

Die Frage danach, welche Absicherung nun für Sie die Richtige ist, kann ihnen niemand außer Sie selbst beantworten. Was wir ihnen aber raten: Verschaffen Sie sich in dem Wust an privaten Krankenversicherern und Versicherungsprodukten/-tarifen einen konkreten Überblick. Vergleichen Sie die Tarife und Leistungen UND lassen Sie sich unbedingt von einem Fachmann beraten! Kontaktieren Sie uns gern und vereinbaren Sie gleich einen unverbindlichen und kostenlosen Beratungstermin. Gern auch via Videocall!

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Topics: Blog, Selbstständig, Unternehmer, Krankenversicherung

Christopher Bieber

Verfasst von Christopher Bieber

Christopher Bieber ist Leiter einer der schnellst wachsenden Direktionen der Allfinanz Deutschen Vermögensberatung, mit 20 Vermögensberatern und rund 14.000 Kunden in Hamburg und Schleswig-Holstein.