Unternehmer-Blog

So erreichen Sie als Selbstständiger eine gute Altersvorsorge

5. Februar 2019 / by Christopher Bieber

In Deutschland besteht bei um die drei Millionen Selbstständigen keine Versicherungspflicht, d.h. es muss nicht in das Rentensystem eingezahlt werden. Diese gewonnene Freiheit kann jedoch dann zu einem Problem werden, wenn die Altersvorsorge nicht eigenständig finanziert wird und/oder Fehlentscheidungen getroffen werden. So ist die Wahrscheinlichkeit, eine Grundabsicherung im Alter beziehen zu müssen bei Selbstständigen aktuell höher, als bei Sozialversicherungspflichtigen.

So erreichen Sie als Selbstständiger eine gute Altersvorsorge


Welche Möglichkeiten haben Sie gut vorzusorgen?

Die aktuell drei gängigsten Möglichkeiten:

  • Rürup-Rente
  • Private Rentenversicherung
  • Gesetzliche Rentenversicherung (freiwillig oder verpflichtend)

 

  1. Rürup-Rente

Die Rürup-Rente ist eine Basisvorsorge und gilt als die Standardrente für Selbstständige. Anhand folgender Abschlusszahlen wird dies noch einmal deutlich: Laut GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) wurden insgesamt mehr als zwei Millionen Rürup-Rentenverträge abgeschlossen. In die gesetzliche Rentenversicherung zahlen hingegen weniger als 240.000 Selbstständige ein. Damit ist die Rürup-Rente das Pendent zur gesetzlichen Rentenversicherung im privaten Rentenbereich. Zudem kann der eingezahlte Betrag zu 88% steuerlich geltend gemacht werden. Dieser Prozentsatz steigt jedes Jahr um 2%, d.h. ab dem Jahr 2025 können 100% geltend gemacht werden.

 

  1. Private Rentenversicherung

Die Private Rentenversicherung (PRV) ist eine private Zusatzvorsorge. In der PRV gibt es zunächst keine steuerlichen Erleichterungen; diese gibt es aber dann im Ruhestand. Selbstständige haben durchaus die Möglichkeit, einzig die PRV für die Altersvorsorge zu nutzen. Jedoch sollte eine mehrgleisige, breitgefächerte Absicherung einer eingleisigen Strategie vorgezogen werden.

  

  1. Gesetzliche Rentenversicherung (freiwillig oder verpflichtend)

Auch als Selbstständiger kann in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden. Ähnlich wie bei der Rürup-Rente gibt es auch hierfür steuerliche Entlastungen.

Zusätzlich entscheidet der Selbstständige, ob er sich pflichtversichern oder freiwillig versichern lässt. Bei der Pflichtversicherung ist man an die gesetzliche Rentenversicherung gebunden und muss festgelegte Beiträge zahlen. Während bei der freiwilligen Versicherung der Monatsbetrag (zwischen 83,70 € - 1209 €) frei wählbar ist und man nicht dauerhaft an die gesetzliche Rente gebunden wird.

 

Je früher, desto besser: Früher an später denken

Generell gilt: Je früher Sie sich als Selbstständiger um eine Altersvorsorge kümmern, desto besser ist ihre finanzielle Situation im Ruhestand. Doch bevor Sie für Ihr Alter vorsorgen, sollten Sie zunächst zwingend die existenziellen Risiken absichern, sprich Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung. Ist dies nicht vorher nicht geschehen, kann beispielsweise schon ein Krankheitsfall Ihre Zukunftspläne zunichtemachen.

Erst wenn Sie ausreichend abgesichert (und schuldenfrei) sind, können Sie anfangen, sich um Ihre Altersvorsorge zu kümmern. Bereits mit anfänglich 20 – 100 € im Monat stellen Sie wichtige Weichen für ihre Zukunft. Natürlich können Sie auch im höheren Alter noch für ihre Rente vorsorgen, nur müssen Sie dann auch mit höheren Abschlägen rechnen.

 

Auch Riester-Rente kann sich lohnen 

Sicher, die gegenwärtig Meinung, eine Riester-Rente würde keinen Sinn machen, ist stark verbreitet. Doch in vielen Fällen ist es tatsächlich so, dass ein Riestervertrag durchaus Sinn macht. Der Riester-Sparer zahlt i.d.R. 4% seines Einkommens ein (abzüglich der folgenden Zulagen) und bekommt vom Staat jährlich hinzu…

… eine Grundzulage von 175€

… eine Kinderzulage von 185€ (für alle Kinder vor 1.1.2008 geboren)

… eine Kinderzulage von 300€ (für alle Kinder nach 31.12.2007 geboren)

Ob eine Riester-Rente für Sie sinnvoll ist? Wir prüfen das für Sie und beraten Sie gern!

 

Gehen Sie über die klassischen Wege hinaus

  • Bei der aktuellen Nullzinspolitik der EZB lohnt es sich – neben einer klassischen Altersvorsorge –  zusätzlich in Fondssparpläne zu investieren. Warum? Weil die Verzinsung bei Fondssparplänen deutlich besser ist, als der klassischen Altersvorsorgepläne. Auch hier gilt: Je früher, desto besser. Mit jedem verstrichenen Jahr verschenken Sie wertvolle Zinsen und damit bares Geld. Leider nutzen nur sehr wenige Deutsche die Chancen, die Wertpapiere bieten. Eine Umfrage von J.P. Morgan Asset Management ergab: Von denen, die keine Wertpapiere besitzen, geben 52% an, dass Sie das Thema nicht verstehen. 35% geben an, Angst zu haben. Einzig 17% sind die Kosten zu hoch. Hierbei lässt sich meistens mit nur einem Beratungsgespräch Klarheit schaffen.
  • Alternativ ist das mietfreie Wohnen im Alter eine enorme finanzielle Entlastung. Darüber hinaus wird häufig vernachlässigt, dass Eigentumswohnungen, welche zumeist bis zum Renteneintritt abgezahlt sind, die Rente erheblich aufbessern können.

Checkliste: Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge

Welche der folgenden Möglichkeiten nutzen Sie (haken Sie ab):

  • Rürup-Rente
  • Private Rentenversicherung
  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Riester-Rente
  • Fondssparplan
  • Mietfreies Wohnen bzw. Eigentumswohnung
  • Rechtzeitig um die Altersvorsorge kümmern

Sie können nicht mindestens zwei der Möglichkeiten abhaken? Ergreifen Sie die Initiative und vereinbaren Sie gleich heute noch einen kostenlosen Beratungstermin!

 

Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich fürs Alter zukunftssicher aufstellen und erstellen gemeinsam mit Ihnen einen Soll-Ist-Vergleich!

  

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Topics: Blog, Altersvorsorge, Firmenkunden, Selbstständig

Christopher Bieber

Verfasst von Christopher Bieber

Christopher Bieber ist Leiter einer der schnellst wachsenden Direktionen der Allfinanz Deutschen Vermögensberatung, mit 20 Vermögensberatern und rund 14.000 Kunden in Hamburg und Schleswig-Holstein.